Ziele • Arbeitsweisen • Handlungsfelder • Prozesssteuerung und -begleitung
Das Querschnittsziel "Gleichstellung von Frauen und Männern" wird im Europäischen Sozialfonds (ESF) mit der gleichstellungspolitischen Doppelstrategie (s.Kasten) verfolgt und die ist auch in Baden-Württemberg im Operationellen Programm (OP) fest verankert. Das verlangt von allen Beteiligten ein hohes Maß an Kompetenzen, mit den unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern im Beschäftigungssektor und den dort wirkenden Strukturen produktiv umgehen zu können. Das Coaching – Begleitprojekt zielt auf die (Weiter-) Entwicklung entsprechender Handlungskompetenzen bei den ESF-AkteurInnen aller Ebenen.

Für die Auswahl der Methoden der Projektarbeit waren folgende Erfahrungen und Überlegungen wesentlich:
Es wurden daher verschiedene Arbeitsansätze gewählt, die eine Kombination aus modellhaftem und spezifischem und übergreifendem Vorgehen sind:
Der zugegebenermaßen etwas sperrige Titel bezeichnet die modellhafte Umsetzung von Gender Mainstreaming (GeM) in bestimmten Handlungsfeldern im ESF. Diese werden gemeinsam von externen GeM ExpertInnen und den Fach- und Führungskräften „vor Ort“ umgesetzt. Die exemplarischen Vorhaben sind als eine max. zweijährige, lösungsorientierte Zusammenarbeit angelegt, deren Ausgangspunkt eine Zielvereinbarung darstellt, die auf der Grundlage des spezifischen Handlungsbedarfs gemeinsam erarbeitet wird. Die Durchführung erfolgt dann sehr individuell Es gibt eine gemeinsame Verantwortung für das Ergebnis und den Transfer.
Es ist eine effektive Lernform, die eine Verknüpfung der Genderkompetenzentwicklung mit der Lösung von Problemen im jeweiligen Arbeitsalltag ermöglicht (z.B. die Umsetzung des GeM-Leitprinzips in „4 Schritten“, gendersensible Gestaltung von Projekten). Damit wird Gender Mainstreaming von einer zunächst abstrakten Anforderung zu einem handhabbaren Instrument.
Ein weiterer Vorteil der exemplarischen Vorhaben liegt in den Erkenntnissen über die Wirkung von Beispielen. So trifft der Transfer von Erfahrungen und Erkenntnissen meist nur dann auf Akzeptanz und wird besser verstanden, wenn das Umsetzungsbeispiel aus einem ähnlichen Umfeld stammt wie diejenigen, die davon lernen wollen. .
Der Ansatz scheint besonders für „Entwicklungsaufgaben“ geeignet. Ein „Endzustand“, ein perfektes Ergebnis wird nicht angestrebt.
Ein solches Vorgehen hat gegenüber reinen Bildungsveranstaltungen viele Vorteile aber es gibt auch einige Stolpersteine. Auf die Abhängigkeit des Erfolgs von gelungenen Transfers „in die Fläche“ wurde oben bereits hingewiesen. Eine andere Herausforderung entsteht dadurch, dass nur ein Ausschnitt bearbeitet wird und Zusammenhänge immer wieder hergestellt werden müssen (vgl. auch Ausführungen zu Prozesssteuerung/Steuerkreis).
Bisher wurden erfolgreiche exemplarische Vorhaben mit ESF Arbeitskreisen und Projektträgern abgeschlossen, gegenwärtig laufen Vorhaben mit Jobcentern.
Hier ist v.a. die Unterstützung von ESF AkteurInnen bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming in Verfahren auf verschiedenen Ebenen gemeint. So werden z.B. Ministerien und ESF – Arbeitskreise bei der Integration der Gleichstellungsperspektive in das Antrags- und Bewilligungsverfahren begleitet (regionale ESF-Arbeitsmarktstrategien, Aufrufe, Formulare, Projektauswahlkriterien, Berichte). Gegenstand der Qualitätssicherung können grundsätzlich alle Bereiche sein, kooperiert wird z.B. auch mit dem Evaluator.
In einem Steuerkreis werden die verschiedenen Aktivitäten zusammengeführt und immer wieder an den Zielen ausgerichtet. Die Beteiligung aller ESF Akteursgruppen sichert die Praktikabilität der Arbeitsansätze.
Coaching als Methode zum Lernen in Handlungssituationen eignet sich ausgezeichnet für eine intensive Begleitung Umsetzungsprozessen und ist daher die durchgängig gewählte Arbeitsweise von proInnovation. Hierbei ist eine Verknüpfung von Gender- und Fachkompetenz möglich. Es kommen sowohl Einzel- als auch Gruppencoachings zum Einsatz.
Zusätzlich zu den genannten Arbeitsansätzen wird die Website aufgebaut, erscheint regelmäßig ein Newsletter, werden Handreichungen erarbeitet und Tagungen und Bildungsveranstaltungen durchgeführt.
In größeren Abständen wurden umfangreiche Bedarfsanalysen vorgenommen, die in Berichten dokumentiert sind.